Musik und Kunst im Tölzer Stadtmuseum

Kunst und Musik wurden den Besucherinnen und Besuchern des Tölzer Stadtmuseum gemeinsam geboten: Die Schülerinnen und Schüler des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums waren eingeladen, eine musikalische Matinée im Rahmen der Kunstausstellung des Kunstvereins Tölzer Land e.V. zu gestalten sowie eigene Exponate auszustellen.


Zehn Schülerinnen und Schüler aus dem Musischen Zweig sowie aus dem Leistungsfach Musik präsentierten am 10. Mai 2026 mit Flöten, Klarinetten, Klavier, Harfe und Gesang (Leitung Eva Emmler) einen abwechslungsreichen musikalischen Blumenstrauß inmitten von vielfältigen und kreativen Exponaten. Sie spielten Originalkompositionen und Bearbeitungen von berühmten Komponisten wie Corelli, Mozart, Brahms, Strauß oder Abba, aber auch weniger bekannte Werke von Deborah Hensen-Conant und John Thomas. Die Zuhörenden waren von der Leidenschaft, der Ernsthaftigkeit und dem Können der jungen Musizierenden offensichtlich beeindruckt.
Während des gesamten Ausstellungszeitraumes konnten zudem Werke des Leistungsfaches Kunst (Leitung Stephanie Pütz) bestaunt werden. Auch diese fanden großen Anklang unter den Betrachtenden sowie unter den Mitgliedern des Kunstvereins und zeugten von künstlerischer Eigenständigkeit, Kreativität und Ausführungskraft.
Das Gymnasium sagt dem Tölzer Kunstverein e.V. herzlichen Dank für diese Einladung und gelungene Kooperation!

Zweiter Kammermusikabend in diesem Schuljahr

Am 28. April 2026 fand der zweite Kammermusikabend im laufenden Schuljahr statt. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler präsentierten dabei ihr musikalisches Können in abwechslungsreichen Ensembles und solistischen Beiträgen.


Das Publikum erlebte einen vielseitigen und kurzweiligen Abend mit Werken aus verschiedenen Epochen und Stilrichtungen – von klassischer Kammermusik bis hin zu modernen Arrangements. Die jungen Musikerinnen und Musiker, die meist den Musischen Zweig des Gymnasiums besuchen, überzeugten durch ihr engagiertes Zusammenspiel, ihre Ausdrucksstärke und ihre große Freude an der Musik. Besonders erfreulich war es, dass sich auch bereits einige Fünftklässler auf die Bühne wagten, um ihr musikalisches Können darzubieten.
Beeindruckend war auch die große Bandbreite der Besetzungen: So war vom Kontrabasssextett über klassische Besetzungen wie ein Klarinettenquartett bis hin zu bunt gemischten Besetzungen allerhand geboten. Auch solistische Instrumental- als auch Gesangsbeiträge sorgten für ein abwechslungsreiches Programm und eine besondere Konzertatmosphäre.
Der Kammermusikabend zeigte einmal mehr, welchen wichtigen Stellenwert die musikalische Bildung am Gabriel-von-Seidl-Gymnasium einnimmt. Ein herzlicher Dank gilt allen Mitwirkenden sowie allen den betreuenden Musiklehrkräften für die Vorbereitung und Durchführung des gelungenen Konzertabends.

„Stumme Hunde woll‘n wir nicht sein!“

„Stumme Hunde woll‘n wir nicht sein!“ Fortsetzung der Gedenkarbeit am 29.4.26
von Julia Rau und Anita Bittner
Auf den Tag genau 81 Jahre ist es her, seit das KZ Dachau befreit wurde – und knapp ein Jahr ist vergangen, seit wir in Kooperation mit der SMV den am 30.4.1945 durch Bad Tölz führenden Todesmarsch ins Bewusstsein der Bevölkerung rückten und im Beisein von Abba Naor am Mahnmal eine würdige Feier in größerem Rahmen gestalteten. Seither wurde in vielfältiger Art und Weise – z.B. mit einem erneuten Zeitzeugengespräch mit Abba Naor sowie der Pflanzaktion eines Korbiniansapfels im Schulhof – die Gedenkarbeit an die Opfer der NS-Zeit wachgehalten.


Dass der symbolträchtige Korbiniansapfel gerade auch neben dem Mahnmal in Bad Tölz seinen Platz erhalten soll, wurde ein sehr nachvollziehbarer Wunsch des katholischen Stadtpfarrers Peter Demmelmair. Nur musste noch der passende Rahmen gefunden werden. So nahm Herr Demmelmair Kontakt zu den Mitgliedern unseres AK Demokratiebildung auf, die nun ihrerseits ein Projekt mit Walter Steffen und Roland Herzog initiierten.


Mit der Vorführung des Dokumentarfilms von Walter Steffen „Ein stummer Hund will ich nicht sein“ wurde nun 50 in schulischen Wahlkursen und der SMV besonders engagierten Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 9-12 das Leben des „Apfelpfarrers“ Korbinian Aigner in all seinen Facetten und auf sehr kreative und intensive Weise in der Franzmühle vermittelt. Anschließend sprach der anwesende Regisseur sehr eindringlich zu den Jugendlichen und beantwortete ihre zahlreichen Fragen. Dabei ging es nicht nur um die Herstellung und Finanzierung von Filmen, sondern auch um den Beweggrund für die Thematik des Films und die Umsetzung, die Walter Steffen und seinem Filmteam viel abverlangten und sie manchmal auch an die Grenze des Finanzierbaren und psychisch Verkraftbaren führten. Das Filmgespräch wurde durch den Förderverein unserer Schule großzügig unterstützt.


Die anschließende Pflanzaktion vollzog sich dann bei schönstem Sonnenschein und mit großer Tatkraft durch alle Beteiligten. Herr Herzog setzte den jungen Baum, Herr Demmelmair machte auf das Wunder der Natur aufmerksam, die Jugendlichen schaufelten das Loch zu, gossen das Bäumchen und Herr Steffen dankte für diese Aktion im Sinne eines friedlichen und hoffnungsvollen Miteinanders, das von den jungen Menschen weitergetragen werden möge.

Kammermusikabend April 2026

Kammermusikabend 2026

Welch eine Freude! Rund 50 Schülerinnen und Schüler des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums gestalteten am 5. Februar 2026 einen musikalisch vielseitigen und unterhaltsamen ersten Kammermusikabend in diesem Schuljahr. Sie präsentierten sich mit Flöte, Klarinette, Trompete, Harfe, Klavier, Violine, Kontrabass, Gitarre und Gesang in verschiedenen kleinen Ensembles.

DANKE an alle mitwirkenden Schülerinnen und Schüler sowie alle Lehrkräfte des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums und der Sing- und Musikschule für ihre Vorbereitung, ihr Engagement und die schöne Musik!

Abschlussveranstaltung der Europäische Janusz Korczak Akademie e.V.

„Erinnerung leben – Zivilcourage zeigen“ am 2. Dezember im Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales
Von Katharina Schambeck
Diese Veranstaltung blickte auf die Ergebnisse der Reihe zurück, bot Raum für Begegnung und Austausch und setzte ein gemeinsames Zeichen für die Zukunft einer aktiven Erinnerungskultur.
Im Rahmen der ganzjährigen EJKA-Veranstaltungsreihe „Erinnerung leben – Zivilcourage zeigen“ wurde der Film „Irena‘s Vow“ gezeigt. Im Mittelpunkt steht eine Polin, die mehrere Jüdinnen und Juden versteckt und somit vor dem Holocaust gerettet hatte. Der Film zeigt, wie wichtig Zivilcourage ist, und wie viel ein einziger Mensch bewirken kann. Mit dem Film sollen vor allem Jugendliche für Geschichte und Erinnerungsarbeit sensibilisiert werden. In der Abschlussveranstaltung wurde auch diskutiert, wie die Erinnerungsarbeit der Zukunft aussieht – wie Jugendliche erreicht werden können, auch wenn es keine Zeitzeuginnen und Zeitzeugen mehr gibt.
Das Programm begann mit einem Grußwort der Staatsministerin Ulrike Scharf, sie betonte u.a.:
„Wir halten Auschwitz im Bewusstsein – um der Opfer willen, um unserer Verantwortung willen. Die Vergangenheit mahnt uns, zu welchem Unrecht der Mensch fähig ist. Das Leid, das den Menschen in Auschwitz und anderen Konzentrationslagern angetan wurde, trifft uns mitten ins Herz. Umso wichtiger ist das Gedenken. Erinnern heißt begreifen, was war, was ist, was werden kann.“
Die Präsidentin der EJKA, Eva Haller, erklärte im Anschluss: „Das Projekt ´Erinnerung leben – Zivilcourage zeigen‘ hat uns viele Facetten der erlebten Geschichte gezeigt. Besonders wichtig waren die Begegnungen und die Gespräche zwischen den Generationen. Die Fackel der Erinnerung wird weitergetragen als Mahnung, Auftrag und Hoffnung.“
Es folgten Beiträge der Kooperationspartner, wie z. B. des BLLV, Vertreter von Volkshochschulen, und die Tanzvorstellung einer ukrainischen Schülergruppe. Katharina Schambeck und Fidel Schwichtenberg (Q13), als Vertreter des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums, blickten in ihrem Redebeitrag zunächst auf den Besuch von Roman Haller im letzten Jahr zurück. Sowohl der Film „Irena‘s Vow“ als auch das Gespräch mit Herrn Haller hatte unsere Schülerschaft sehr beeindruckt.

Im Weiteren gaben sie einen Überblick über die so nachhaltigen Veranstaltungen an unserem Gymnasium, wie u.a. den Besuch von Professor Wolfssohn, das Zeitzeugengespräch mit Abba Naor mit dem anschließenden Schweigemarsch anlässlich der Erinnerung an den Todesmarsch in Bad Tölz 1945, um schlussendlich auf das zukunftsweisende Pflanzen des Korbinian Aigner Apfelbaumes in unserem Schulhof zu verweisen.

Exkursion an den Erinnerungsort BADEHAUS

Unsere Exkursion an den Erinnerungsort BADEHAUS in Waldram

Von Melanie Lorenz und Veronika Moosmair (Q 12)

Am Mittwoch, den 23. Juli 2025, unternahmen die 11.Klassen angebunden an die sogenannte „Verfassungsviertelstunde“ und im Rahmen der Demokratieerziehung mit Lehrkräften unterschiedlicher Fächer eine Exkursion zum BADEHAUS in Waldram bei Wolfratshausen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht, wie der Name zunächst vermuten lässt, um ein Schwimmbad, sondern um einen Erinnerungsort, der die Geschichte des 2. Weltkriegs und die Nachkriegszeit im ehemaligen Föhrenwald beleuchtet.

Nachdem wir in einer vorausgehenden Unterrichtsstunde von unseren Lehrkräften in einer Verfassungsviertelstunde auf den Besuch vorbereitet worden waren, wurden wir klassenweise durch das 2018 eröffnete Museum geführt. Das BADEHAUS war ein Haus mit einem jüdischen Ritualbad, einer „Mikwe“, d.h. ein ritueller Ort zur Waschung für sogenannte Displaced Persons (DPs), also Juden, die nach dem Krieg keine Heimat mehr hatten. Die Zeit, in der Föhrenwald als Auffanglager für die DPs verwendet wurde, stellt jedoch nur eine von drei Zeitschichten dar, die diesen Ort geprägt haben. Deshalb führte unsere Zeitreise durch drei zentrale Räume: Im ersten Raum erfuhren wir mehr über das ehemalige Badehaus selbst, das in der NS-Zeit ab 1940 Teil eines großen Barackenlagers war. Viele Menschen, die hier lebten, waren Opfer von Zwangsarbeit. In Munitionsfabriken mussten diese Rüstungsarbeiter ihre Gesundheit im Dienst für die NS riskieren, da die Arbeit mit der Munition und den Chemikalien gefährlich war. Die Gebäude selbst waren deshalb so unauffällig wie möglich gehalten, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Der regionale Bezug machte das Thema für viele greifbarer, es wurde klar, dass die Verbrechen nicht nur irgendwo stattfanden, sondern ganz in der Nähe unseres heutigen Alltags. Im zweiten Raum wurde uns über das jüdische Leben in Föhrenwald berichtet. Dieses begann erst nach dem 2.Weltkrieg, als das Lager unter den amerikanischen Befreiern zum Auffanglager für die Überlebenden des Todesmarschen sowie der jüdischen DPs umfunktioniert wurde. Diese Personen fanden in Föhrenwald ein neues Zuhause.
Das dritte Zimmer zeigt den Zeitabschnitt ab 1956, als die katholische Kirche das Gebiet des Lagers aufkaufte und als neue Heimat für katholische Heimatvertriebene verwendete. Beeindruckend waren für viele auch die Zeitzeugengespräche und Originalberichte, die per Audio oder Video präsentiert wurden. Auch der Außenbereich war spannend zu sehen, da dort
Fotos ausgestellt waren, die Kinder im jüdischen Displaced Persons Lager und Kinder in der Zeit Waldrams im Vergleich zeigten. Nach der Führung durften wir uns im Museum
selbstständig umsehen und weitere Eindrücke sammeln. Zum Abschluss wurde eine Dokumentation gezeigt, in der auch eine Zeitzeugin zu Wort kam. Sie beleuchtete das Leben der DPs nach dem Krieg und wie sie trotz allem versuchten, in Waldram ein neues Zuhause aufzubauen.

Der Tag bot uns interessante Einblicke in die belebte und vielfältige Geschichte Föhrenwalds bzw. Waldrams. Dieser Ort war geprägt von Zwangsarbeit und Unterdrückung in der NS-Zeit, wurde aber nach dem 2. Weltkrieg zu einer neuen Heimat für die DPs und später für die katholischen Heimatvertriebenen. Diese gegensätzliche Verwendung des Ortes und auch die damit einhergehende Veränderung der Straßennamen bzw. letztendlich auch des Ortsnamens waren spannend zu sehen, und auch, wie sich dieser Ort innerhalb von 20 Jahren so tiefgreifend verändert hat. Diese Exkursion mit Bezug zu den regionalen Ereignissen rund um das Kriegsende war ein gelungener und bereichernder Ausflug für das Erinnern und gegen das Vergessen, insbesondere, da sich das Ende des 2. Weltkriegs in diesem Jahr zum 80. Mal jährt.