„Stumme Hunde woll‘n wir nicht sein!“

„Stumme Hunde woll‘n wir nicht sein!“ Fortsetzung der Gedenkarbeit am 29.4.26
von Julia Rau und Anita Bittner
Auf den Tag genau 81 Jahre ist es her, seit das KZ Dachau befreit wurde – und knapp ein Jahr ist vergangen, seit wir in Kooperation mit der SMV den am 30.4.1945 durch Bad Tölz führenden Todesmarsch ins Bewusstsein der Bevölkerung rückten und im Beisein von Abba Naor am Mahnmal eine würdige Feier in größerem Rahmen gestalteten. Seither wurde in vielfältiger Art und Weise – z.B. mit einem erneuten Zeitzeugengespräch mit Abba Naor sowie der Pflanzaktion eines Korbiniansapfels im Schulhof – die Gedenkarbeit an die Opfer der NS-Zeit wachgehalten.


Dass der symbolträchtige Korbiniansapfel gerade auch neben dem Mahnmal in Bad Tölz seinen Platz erhalten soll, wurde ein sehr nachvollziehbarer Wunsch des katholischen Stadtpfarrers Peter Demmelmair. Nur musste noch der passende Rahmen gefunden werden. So nahm Herr Demmelmair Kontakt zu den Mitgliedern unseres AK Demokratiebildung auf, die nun ihrerseits ein Projekt mit Walter Steffen und Roland Herzog initiierten.


Mit der Vorführung des Dokumentarfilms von Walter Steffen „Ein stummer Hund will ich nicht sein“ wurde nun 50 in schulischen Wahlkursen und der SMV besonders engagierten Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 9-12 das Leben des „Apfelpfarrers“ Korbinian Aigner in all seinen Facetten und auf sehr kreative und intensive Weise in der Franzmühle vermittelt. Anschließend sprach der anwesende Regisseur sehr eindringlich zu den Jugendlichen und beantwortete ihre zahlreichen Fragen. Dabei ging es nicht nur um die Herstellung und Finanzierung von Filmen, sondern auch um den Beweggrund für die Thematik des Films und die Umsetzung, die Walter Steffen und seinem Filmteam viel abverlangten und sie manchmal auch an die Grenze des Finanzierbaren und psychisch Verkraftbaren führten. Das Filmgespräch wurde durch den Förderverein unserer Schule großzügig unterstützt.


Die anschließende Pflanzaktion vollzog sich dann bei schönstem Sonnenschein und mit großer Tatkraft durch alle Beteiligten. Herr Herzog setzte den jungen Baum, Herr Demmelmair machte auf das Wunder der Natur aufmerksam, die Jugendlichen schaufelten das Loch zu, gossen das Bäumchen und Herr Steffen dankte für diese Aktion im Sinne eines friedlichen und hoffnungsvollen Miteinanders, das von den jungen Menschen weitergetragen werden möge.