Deutsch-französische Begegnung

Deutsch-französische Begegnung zum 60. Jubiläum der Städtepartnerschaft Bad Tölz – Vichy

Das letzte Sommerferienwochenende stand in diesem Jahr in Bad Tölz im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft. Anlässlich des 60. Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Vichy und Bad Tölz durften ausgewählte Schülerinnen unseres Gymnasiums an den Feierlichkeiten teilnehmen. Am Freitag, den 11. September, wurde die Delegation aus Vichy nach ihrer langen Anreise in Bad Tölz offiziell begrüßt. Schon bald bot sich während eines ausgiebigen gemeinsamen Abendessens die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Begegnungen waren von großem gegenseitigem Interesse und lebhaften Gesprächen geprägt. Für die Schülerinnen war es eine bereichernde Erfahrung, sich in einer Fremdsprache auszutauschen und dabei festzustellen, wie gut die Verständigung funktioniert. Für den Samstag hatten unsere Schülerinnen hochmotiviert in den Ferien eine Stadtführung vorbereitet – selbstverständlich in französischer Sprache. Auf dem Programm standen auch Erinnerungsorte, die deutlich machen, wie wichtig es ist, für demokratische Grundwerte einzustehen und sich für ein friedliches Zusammenleben einzusetzen. Internationale Begegnungen wie diese leisten daher einen wichtigen Beitrag zur Demokratiebildung und zur Friedenserziehung. Bei strahlendem Sonnenschein erkundeten die Jugendlichen gemeinsam die Stadt. Besonders beeindruckt zeigten sich die französischen Gäste von dem „Postkartenmotiv“, das sich ihnen beim Blick auf die Berge und die glitzernde Isar bot. Am Abend besuchten die Schülerinnen im Rahmen des Flussfilmfestivals gemeinsam eine Kinovorstellung in französischer Sprache. Anschließend ließen sie den Tag bei einem Getränk an einem der Festivalstände ausklingen und verabschiedeten sich voneinander. Allerdings wird das Wiedersehen nicht lange auf sich warten lassen: Bereits im Dezember sind unsere Schülerinnen zum Gegenbesuch nach Vichy eingeladen.

Begegnungen wie diese vertiefen die deutsch-französische Freundschaft und tragen damit dazu bei, dass Deutschland und Frankreich als Partner in einem vereinten Europa gemeinsam Verantwortung übernehmen und Zukunft gestalten.

Ein besonders herzlicher Dank gilt daher dem Städtepartnerschaftsverein und der Stadt Bad Tölz. Durch die Einladung ermöglichen sie den Schülerinnen die Teilnahme an den Feierlichkeiten, den Gegenbesuch in Vichy und damit bereichernde persönliche Begegnungen und Erfahrungen.

Alexandra Meßner

Begegnungen schlagen Brücken

Schülerinnen führen durch die Stadt

Sich gemeinsam erinnern – Zukunft gestalten

Bretagne – Austausch

Erfahrungsbericht, Bretagne-Austausch:
Mitte Oktober hatten 40 Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Jahrgangsstufen die Möglichkeit für eine Woche in die Bretagne zu fahren. Der Austausch fand mit dem französischen Lycée Rabelais statt, das sich in St. Brieuc im Norden der Bretagne befindet.
Nachdem wir uns schon im Frühjahr des vorherigen Jahres für den Austausch beworben hatten, konnten wir es im September kaum erwarten, endlich den Kontakt unserer Austauschpartner zu bekommen. Eine Woche später ging es dann los; begleitet wurden wir von Frau Braun, Frau Reithmeier und Frau Brandhofer.


Unser Zwischenstopp auf dem Hinweg war Paris, wo wir eine Nacht lang blieben. Nach einer kurzen Pause von der langen Fahrt und einer kleinen Stärkung verbrachten wir einen schönen Abend in Paris in Form eines Spaziergangs, vorbei am Obelisken, dem Arc de Triomphe, über die Champs-Élysées bis zum Eiffelturm, den wir auch in der Dunkelheit glitzern sahen.
Am nächsten Tag war die Fahrt von Paris bis in die Bretagne nicht mehr lang, aber es stellte sich schon eine gewisse Vorfreude und auch ein bisschen Nervosität ein.  Als wir ankamen, erwartete uns ein Teil unserer Austauschpartner schon an der Bushaltestelle – der Rest war in der Turnhalle damit beschäftigt Crêpes für eine kleine Willkommensfeier vorzubereiten. Nachdem wir unseren ersten Hunger mit den französischen Spezialitäten gestillt hatten, bekamen wir einige bretonische Tänze gezeigt. Unsere erste Erfahrung mit unseren Austauschpartnern war (für die weniger taktsicheren unter uns) also etwas schräg — mit eingehackelten Fingern versuchen, möglichst mit den richtigen Schritten in einer Reihe von dutzenden von Menschen zu tanzen— aber durchaus schön. Nachdem wir also sehr warm willkommen geheißen worden sind, ging es zum ersten Mal in unsere Gastfamilien. Da wir an einem Freitag ankamen, hatten wir dann das ganze Wochenende Zeit, unsere Austauschpartner und ihre Familien kennenzulernen, bevor das Programm losging.
In der folgenden Woche unternahmen wir viele interessante Sachen, manchmal mit, manchmal ohne unseren französischen „Corres“.
Am Montag starteten wir mit einer Stadtbesichtigung – um das ganze etwas spannender zu gestalten, gaben uns die Lehrer zahlreiche Fotos, deren Orte wir innerhalb einer kurzen Zeit als Gruppe finden mussten. Oft mussten wir Passanten nach dem richtigen Weg fragen – natürlich auf Französisch, weshalb wir anfangs alle etwas zögerlich an die Sache herangingen. Nachdem wir aber bemerkt hatten, dass fast alle Leute aus St Brieuc überaus freundlich und interessiert an unserer Aufgabe waren, war das Eis gebrochen und wir trauten uns, immer mehr Leute (auch mit stockendem Französisch) anzusprechen.
Natürlich war in unserem Programm auch Zeit am Meer eingeplant. Im Rahmen der sogenannten „Pêche à Pied“ suchten wir verschiedene Strandlebewesen – Seesterne, unterschiedliche Muschel- und Algenarten – in Wasserbecken zwischen Felsen, die bleiben, wenn das Wasser sich während der Ebbe zurückzieht.  In der Nähe des Cap Fréhel probierten wir Strandsegeln bei sonnig-windigem Wetter aus, was den meisten von uns sehr viel Spaß bereitete.
Der Ausflug zum Mont-Saint-Michel war für viele von uns ein absolutes Highlight. Nach einer kurzen Busfahrt und dem Weg zu Fuß, hatten wir Zeit den Mont-Saint-Michel selbst und die vielen verwinkelten Gassen mit zahlreichen kleinen Geschäften eigenständig zu erkunden. Anschließend machten wir eine geführte Wattwanderung — eine etwas schlammige und sehr interessante Erfahrung inklusive Treibsand.
Außerdem besichtigten wir die Ruinen, des verlassenen Mittelalter-Schlosses „Château de la Hunaudaye“, wo wir eine sehr interessante Führung mit vielen Informationen über das Leben von vor über 500 Jahren in dieser kleinen Burg bekamen.
Nach einem Monat des Wartens waren es nun die Bretonen, die sich auf die Busfahrt aufmachten, um zu uns zu kommen und wir freuten uns sehr, unsere Corres wiedersehen zu können. In dieser Woche Ende November hatten wir tatsächlich unglaubliches Glück mit dem Wetter: Es hat geschneit. Was für uns nicht sonderlich aufregend klingt, war für viele der Franzosen das erste Mal, dass sie so viel Schnee sehen und beispielsweise Schlittenfahren, Schneeballschlachten machen oder Langlaufen konnten. Außerdem besuchten wir – auch als Teil unseres Programmes – so manche Christkindlmärkte und waren gemeinsam in Tölz Schlittschuhlaufen. Unsere Austauschpartner besichtigten zudem das Walchenseekraftwerk und alle teilnehmenden Schüler besuchten das BMW-Museum mit der BMW-Welt im München.
Während beiden Wochen des Bretagne-Austauschs haben wir alle eine tolle Zeit genossen, mussten aber auch ab und zu unsere Komfortzone verlassen — wenn man sich auf Französisch verständigen muss, nicht vertraut mit den Essgewohnheiten des anderen Landes ist usw. Alle sind sich einig, dass unsere Lehrer ein sehr gutes Programm für den Austausch erstellt haben und wir viele schöne Erinnerungen sammeln konnten. Außerdem sind wir den französischen Lehrern sehr dankbar, die es mal wieder geschafft haben, fast jedem den perfekten Austauschpartner zuzuordnen. Aus vielen dieser Zuordnungen sind gute Freundschaften entstanden, die hoffentlich noch lange halten werden.

Hol dir die Welt ins Klassenzimmer!

„Europa macht Schule“ – auch bei uns am Gabriel-von-Seidl-Gymnasium

„Europa macht Schule“ macht für Studierende und Schulklassen internationalen Austausch hautnah erfahrbar. Organisiert wird das Projekt ehrenamtlich von Studenten in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und ERASMUS+. Im Rahmen dieses Projektes besuchte im Januar und Februar eine französische Doktorandin zweimal das Leistungsfach Französisch, um mit Schülerinnen des Oberstufenkurses in den Dialog zu treten.

Julia Godart, die französische Doktorandin, hat mitunter bereits in Paris und Montréal studiert und gearbeitet, in Taiwan Französisch unterrichtet und für ihre Doktorarbeit unter anderem in chinesischen Archiven recherchiert. Sie spricht Französisch, Englisch, Chinesisch und auch ein wenig Portugiesisch. Momentan arbeitet, studiert und recherchiert sie in Deutschland, unterrichtet und korrigiert jedoch in Formen des Hybridunterrichts weiterhin für die Universität in Montréal.

Ziel des Projekts „Europa macht Schule“ ist es, den Schülern Einblicke in das Leben in anderen europäischen Ländern zu bieten, mit Studierenden aus ganz Europa ins Gespräch zu kommen und Lust darauf zu machen, andere Sprachen zu lernen, vermeintliche Sprachbarrieren zu überwinden, interkulturelle Kompetenzen zu erwerben und Neues zu entdecken.

Da einige Schülerinnen im Leistungsfach Französisch sich bereits für Studiengänge – auch im Ausland – bewerben, war ein Atelier von Julia Godart ganz praktischen Fagen zur Studien- und Berufswahl gewidmet. Es ging um große Universitätsstädte, die Unterschiede im Unterrichtsstil in verschiedenen Ländern, um Finanzierungsmöglichkeiten für das Auslandsstudium, um Austauschprogramme auf Hochschulebene und um eine Reflexion der eigenen Zukunftspläne. Julia gab jedoch auch konkrete Tipps, wie man relativ sicher im Ausland neue Kontakte knüpft und wer einem bei Studienbeginn im Ausland bei der Wohnungssuche unterstützen kann. Da nur Mädchen im Leistungsfach Französisch sitzen, gab Julia auch den Hinweis auf die Organisation „Girl gone international – go anywhere, belong everywhere.“ – Julia spricht eben aus der Praxis.

In einem zweiten Atelier arbeitete Julia zum Thema ihrer Doktorarbeit, die sie im Fach Geschichte und im Fach „Arts et culture visuels“ schreibt und in der sie sich auch mit Propagandaplakaten und Fotografien von chinesischen Arbeitern während des ersten Weltkriegs auseinandersetzt. Nach einem kurzen Überblick über die Geschichte visueller Medien von der ersten Fotografie bis zum mit KI generierten Bild und einem kurzen Einblick in die Semiotik konnten die Schülerinnen in Kleingruppen Bildanalysen unter der Berücksichtigung bestimmter Leitfragen durchführen. Die Bandbreite reichte von Fotografien, Werbe- und Propagandaplakaten bis hin zur Gestaltung des Layouts von Zeitungsseiten. Dabei wurden auch Fragestellungen thematisiert, die Bestandteil einer jeden Demokratiebildung sein müssen: Wer hat für wen mit welcher Absicht dieses Bild gemacht? Was wird gezeigt und wie kann dieses Bild in verschiedenen kulturellen oder historischen Kontexten gelesen oder interpretiert werden? Welcher Ausschnitt der Wirklichkeit wird gezeigt? Was bleibt „unsichtbar“ und wird nicht gezeigt? Worin besteht, heute mehr denn je, die Aufgabe eines mündigen Bürgers, wenn er mit Bildmaterial konfrontiert ist?

Ganz herzlich bedanke ich mich beim Regionalteam von Europa macht Schule und bei Julia Godart für diese bereichernde Möglichkeit der interkulturellen Begegnung.

(Alexandra Meßner)

Tag der deutsch-französischen Freundschaft

Tag der deutsch-französischen Freundschaft am 22. Januar 2026
Fachschaft Französisch

Der französische Präsident Jacques Chirac und Bundeskanzler Gerhard Schröder initiierten 2003 anlässlich des 40. Jahrestages der Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags 1963 den so genannten „Deutsch-Französischen Tag“, den „Journée franco-allemande“.

Seitdem finden an diesem Datum an deutschen und französischen Schulen und Bildungseinrichtungen viele Aktivitäten statt, die sich auf die bilateralen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland, auf die Werbung für die Partnersprache und auf die Information über Austausch- und Universitätsprogramme im Partnerland beziehen. Auch am Gabriel-von-Seidl Gymnasium feiern wir die deutsch-französische Freundschaft jedes Jahr ausgiebig mit dem Verkauf von Crêpes und anderen französischen Spezialitäten, mit Ausstellungen, Musik, Rätseln und vielem mehr.