„Demokratie in Bewegung“
Schülerinnen und Schüler des GvS laufen nach Waldram, gedenken des Unrechts in unserer Region und feiern mit Kempfenhausenern Gymnasiasten am Erinnerungsort Badehaus die Demokratie. (Rau/Bittner)

Die Idee zu der Wanderung auf den Spuren des Todesmarsches war bereits im vergangenen Schuljahr im Rahmen einer Kooperation unseres AK Demokratiebildung mit dem Gymnasium Kempfenhausen entstanden. Ziel war es, durch den Schritt zurück und den Blick nach vorne des Vergangenen zu gedenken und die Bedeutung demokratischer Werte in unserer heutigen Zeit zu vergegenwärtigen.
Am Wandertag, dem 2.10. gingen 15 Schülerinnen und Schüler des GvS mit ihren zwei Lehrkräften Julia Rau und Anita Bittner den 20 km weiten und strapaziösen Gang über die Marktstraße mit Stationen am Mahnmal von Hubertus von Pilgrim, den Ge(h)denksteinen und Orten früheren jüdischen Lebens durch das Kurviertel Richtung Unterbuchen und dann weiter über Königsdorf und Geretsried bis nach Waldram.

Ein besonders beeindruckender Halt ergab sich in Spiegel, wo die Gruppe mit dem Zeitzeugen Wolfgang Breitwieser ins Gespräch kam und durch dessen Bericht erfuhren, dass die KZ-Häftlinge auf seinem Waldstück die letzte Nacht vor ihrem Marsch bis nach Waakirchen zu Tausenden verbrachten – Hunderte verloren dabei noch ausgehungert, erschöpft und unterkühlt ihr Leben.
Ab Königsdorf wurde dann die Blickrichtung geändert und die Jugendlichen kamen miteinander über Demokratie, ihre Werte und deren Bedeutung für das eigene Leben ins Gespräch. Nach insgesamt fünf Stunden trafen sie am Erinnerungsort Badehaus in Waldram ein, der zum symbolischen Treffpunkt wurde – zumal just an diesem Tag hier die „lange Nacht der Demokratie“ stattfand.
In einem dort zur Verfügung gestellten Raum begegneten unsere Jugendlichen der aus Kempfenhausen eingetroffenen Schüler-Gruppe, die den Weg von Norden aus mit dem gleichen Thema, Inhalt und Ziel gegangen war, und tauschten sich über die Eindrücke ihrer langen Wanderung auf den Spuren des Todesmarsches, aber auch über ihre Einstellung und die derzeitigen Gefährdungen in Bezug auf unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung aus. Dabei wurde überlegt, was Jugendliche konkret in ihrem Umfeld tun können, um weitere Polarisierungen und die Ablehnung anderer Meinungen zu verhindern und intolerante und verhärtete Einstellungen wieder aufzuweichen und zu öffnen.

Ein großer Dank geht an den Förderverein des GvS für die finanzielle Unterstützung unseres Projekts.



