Hol dir die Welt ins Klassenzimmer!

„Europa macht Schule“ – auch bei uns am Gabriel-von-Seidl-Gymnasium

„Europa macht Schule“ macht für Studierende und Schulklassen internationalen Austausch hautnah erfahrbar. Organisiert wird das Projekt ehrenamtlich von Studenten in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und ERASMUS+. Im Rahmen dieses Projektes besuchte im Januar und Februar eine französische Doktorandin zweimal das Leistungsfach Französisch, um mit Schülerinnen des Oberstufenkurses in den Dialog zu treten.

Julia Godart, die französische Doktorandin, hat mitunter bereits in Paris und Montréal studiert und gearbeitet, in Taiwan Französisch unterrichtet und für ihre Doktorarbeit unter anderem in chinesischen Archiven recherchiert. Sie spricht Französisch, Englisch, Chinesisch und auch ein wenig Portugiesisch. Momentan arbeitet, studiert und recherchiert sie in Deutschland, unterrichtet und korrigiert jedoch in Formen des Hybridunterrichts weiterhin für die Universität in Montréal.

Ziel des Projekts „Europa macht Schule“ ist es, den Schülern Einblicke in das Leben in anderen europäischen Ländern zu bieten, mit Studierenden aus ganz Europa ins Gespräch zu kommen und Lust darauf zu machen, andere Sprachen zu lernen, vermeintliche Sprachbarrieren zu überwinden, interkulturelle Kompetenzen zu erwerben und Neues zu entdecken.

Da einige Schülerinnen im Leistungsfach Französisch sich bereits für Studiengänge – auch im Ausland – bewerben, war ein Atelier von Julia Godart ganz praktischen Fagen zur Studien- und Berufswahl gewidmet. Es ging um große Universitätsstädte, die Unterschiede im Unterrichtsstil in verschiedenen Ländern, um Finanzierungsmöglichkeiten für das Auslandsstudium, um Austauschprogramme auf Hochschulebene und um eine Reflexion der eigenen Zukunftspläne. Julia gab jedoch auch konkrete Tipps, wie man relativ sicher im Ausland neue Kontakte knüpft und wer einem bei Studienbeginn im Ausland bei der Wohnungssuche unterstützen kann. Da nur Mädchen im Leistungsfach Französisch sitzen, gab Julia auch den Hinweis auf die Organisation „Girl gone international – go anywhere, belong everywhere.“ – Julia spricht eben aus der Praxis.

In einem zweiten Atelier arbeitete Julia zum Thema ihrer Doktorarbeit, die sie im Fach Geschichte und im Fach „Arts et culture visuels“ schreibt und in der sie sich auch mit Propagandaplakaten und Fotografien von chinesischen Arbeitern während des ersten Weltkriegs auseinandersetzt. Nach einem kurzen Überblick über die Geschichte visueller Medien von der ersten Fotografie bis zum mit KI generierten Bild und einem kurzen Einblick in die Semiotik konnten die Schülerinnen in Kleingruppen Bildanalysen unter der Berücksichtigung bestimmter Leitfragen durchführen. Die Bandbreite reichte von Fotografien, Werbe- und Propagandaplakaten bis hin zur Gestaltung des Layouts von Zeitungsseiten. Dabei wurden auch Fragestellungen thematisiert, die Bestandteil einer jeden Demokratiebildung sein müssen: Wer hat für wen mit welcher Absicht dieses Bild gemacht? Was wird gezeigt und wie kann dieses Bild in verschiedenen kulturellen oder historischen Kontexten gelesen oder interpretiert werden? Welcher Ausschnitt der Wirklichkeit wird gezeigt? Was bleibt „unsichtbar“ und wird nicht gezeigt? Worin besteht, heute mehr denn je, die Aufgabe eines mündigen Bürgers, wenn er mit Bildmaterial konfrontiert ist?

Ganz herzlich bedanke ich mich beim Regionalteam von Europa macht Schule und bei Julia Godart für diese bereichernde Möglichkeit der interkulturellen Begegnung.

(Alexandra Meßner)

Tag der deutsch-französischen Freundschaft

Tag der deutsch-französischen Freundschaft am 22. Januar 2026
Fachschaft Französisch

Der französische Präsident Jacques Chirac und Bundeskanzler Gerhard Schröder initiierten 2003 anlässlich des 40. Jahrestages der Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags 1963 den so genannten „Deutsch-Französischen Tag“, den „Journée franco-allemande“.

Seitdem finden an diesem Datum an deutschen und französischen Schulen und Bildungseinrichtungen viele Aktivitäten statt, die sich auf die bilateralen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland, auf die Werbung für die Partnersprache und auf die Information über Austausch- und Universitätsprogramme im Partnerland beziehen. Auch am Gabriel-von-Seidl Gymnasium feiern wir die deutsch-französische Freundschaft jedes Jahr ausgiebig mit dem Verkauf von Crêpes und anderen französischen Spezialitäten, mit Ausstellungen, Musik, Rätseln und vielem mehr.