Bretagne – Austausch
Erfahrungsbericht, Bretagne-Austausch:
Mitte Oktober hatten 40 Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Jahrgangsstufen die Möglichkeit für eine Woche in die Bretagne zu fahren. Der Austausch fand mit dem französischen Lycée Rabelais statt, das sich in St. Brieuc im Norden der Bretagne befindet.
Nachdem wir uns schon im Frühjahr des vorherigen Jahres für den Austausch beworben hatten, konnten wir es im September kaum erwarten, endlich den Kontakt unserer Austauschpartner zu bekommen. Eine Woche später ging es dann los; begleitet wurden wir von Frau Braun, Frau Reithmeier und Frau Brandhofer.

Unser Zwischenstopp auf dem Hinweg war Paris, wo wir eine Nacht lang blieben. Nach einer kurzen Pause von der langen Fahrt und einer kleinen Stärkung verbrachten wir einen schönen Abend in Paris in Form eines Spaziergangs, vorbei am Obelisken, dem Arc de Triomphe, über die Champs-Élysées bis zum Eiffelturm, den wir auch in der Dunkelheit glitzern sahen.
Am nächsten Tag war die Fahrt von Paris bis in die Bretagne nicht mehr lang, aber es stellte sich schon eine gewisse Vorfreude und auch ein bisschen Nervosität ein. Als wir ankamen, erwartete uns ein Teil unserer Austauschpartner schon an der Bushaltestelle – der Rest war in der Turnhalle damit beschäftigt Crêpes für eine kleine Willkommensfeier vorzubereiten. Nachdem wir unseren ersten Hunger mit den französischen Spezialitäten gestillt hatten, bekamen wir einige bretonische Tänze gezeigt. Unsere erste Erfahrung mit unseren Austauschpartnern war (für die weniger taktsicheren unter uns) also etwas schräg — mit eingehackelten Fingern versuchen, möglichst mit den richtigen Schritten in einer Reihe von dutzenden von Menschen zu tanzen— aber durchaus schön. Nachdem wir also sehr warm willkommen geheißen worden sind, ging es zum ersten Mal in unsere Gastfamilien. Da wir an einem Freitag ankamen, hatten wir dann das ganze Wochenende Zeit, unsere Austauschpartner und ihre Familien kennenzulernen, bevor das Programm losging.
In der folgenden Woche unternahmen wir viele interessante Sachen, manchmal mit, manchmal ohne unseren französischen „Corres“.
Am Montag starteten wir mit einer Stadtbesichtigung – um das ganze etwas spannender zu gestalten, gaben uns die Lehrer zahlreiche Fotos, deren Orte wir innerhalb einer kurzen Zeit als Gruppe finden mussten. Oft mussten wir Passanten nach dem richtigen Weg fragen – natürlich auf Französisch, weshalb wir anfangs alle etwas zögerlich an die Sache herangingen. Nachdem wir aber bemerkt hatten, dass fast alle Leute aus St Brieuc überaus freundlich und interessiert an unserer Aufgabe waren, war das Eis gebrochen und wir trauten uns, immer mehr Leute (auch mit stockendem Französisch) anzusprechen.
Natürlich war in unserem Programm auch Zeit am Meer eingeplant. Im Rahmen der sogenannten „Pêche à Pied“ suchten wir verschiedene Strandlebewesen – Seesterne, unterschiedliche Muschel- und Algenarten – in Wasserbecken zwischen Felsen, die bleiben, wenn das Wasser sich während der Ebbe zurückzieht. In der Nähe des Cap Fréhel probierten wir Strandsegeln bei sonnig-windigem Wetter aus, was den meisten von uns sehr viel Spaß bereitete.
Der Ausflug zum Mont-Saint-Michel war für viele von uns ein absolutes Highlight. Nach einer kurzen Busfahrt und dem Weg zu Fuß, hatten wir Zeit den Mont-Saint-Michel selbst und die vielen verwinkelten Gassen mit zahlreichen kleinen Geschäften eigenständig zu erkunden. Anschließend machten wir eine geführte Wattwanderung — eine etwas schlammige und sehr interessante Erfahrung inklusive Treibsand.
Außerdem besichtigten wir die Ruinen, des verlassenen Mittelalter-Schlosses „Château de la Hunaudaye“, wo wir eine sehr interessante Führung mit vielen Informationen über das Leben von vor über 500 Jahren in dieser kleinen Burg bekamen.
Nach einem Monat des Wartens waren es nun die Bretonen, die sich auf die Busfahrt aufmachten, um zu uns zu kommen und wir freuten uns sehr, unsere Corres wiedersehen zu können. In dieser Woche Ende November hatten wir tatsächlich unglaubliches Glück mit dem Wetter: Es hat geschneit. Was für uns nicht sonderlich aufregend klingt, war für viele der Franzosen das erste Mal, dass sie so viel Schnee sehen und beispielsweise Schlittenfahren, Schneeballschlachten machen oder Langlaufen konnten. Außerdem besuchten wir – auch als Teil unseres Programmes – so manche Christkindlmärkte und waren gemeinsam in Tölz Schlittschuhlaufen. Unsere Austauschpartner besichtigten zudem das Walchenseekraftwerk und alle teilnehmenden Schüler besuchten das BMW-Museum mit der BMW-Welt im München.
Während beiden Wochen des Bretagne-Austauschs haben wir alle eine tolle Zeit genossen, mussten aber auch ab und zu unsere Komfortzone verlassen — wenn man sich auf Französisch verständigen muss, nicht vertraut mit den Essgewohnheiten des anderen Landes ist usw. Alle sind sich einig, dass unsere Lehrer ein sehr gutes Programm für den Austausch erstellt haben und wir viele schöne Erinnerungen sammeln konnten. Außerdem sind wir den französischen Lehrern sehr dankbar, die es mal wieder geschafft haben, fast jedem den perfekten Austauschpartner zuzuordnen. Aus vielen dieser Zuordnungen sind gute Freundschaften entstanden, die hoffentlich noch lange halten werden.



