Pädagogisches Profil
Das Gabriel-von-Seidl-Gymnasium Bad Tölz zeichnet sich durch eine Vielzahl pädagogischer Bausteine aus, durch die der gesetzliche Bildungs- und Erziehungsauftrag über den gewöhnlichen Rahmen eines bayerischen Gymnasiums hinaus besonders erfolgreich umgesetzt wird. Wir nehmen Art. 131 Bayerische Verfassung sehr ernst, indem wir nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Hand bilden.


Bildung ist für uns ein wertvolles Gut. Wir versuchen täglich, die vielen klugen Köpfe unserer Schule zu fordern und zu fördern, sie zu hohen kognitiven Leistungen zu befähigen. Als vom Ministerium ausgewähltem Regionalzentrum für Begabtenförderung liegt uns die systematische Individualisierung und Unterstützung von Lehr-Lern-Prozessen besonders am Herzen. Naturwissenschaftlich begabte Schülerinnen und Schüler werden über den täglichen Unterricht hinaus in Forschergruppen gefördert, besonders talentierte bereiten sich auf die Teilnahme an Wettbewerben wie „Jugend forscht“ vor. Sprachlich begabte Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, in Französisch ein zusätzliches Sprachdiplom (DELF) zu absolvieren oder können an den zahlreichen internationalen Austauschprogrammen mit unseren Partnerschulen, an Model United Nations oder am Bundeswettbewerb Fremdsprachen teilnehmen. Zudem haben sie die Möglichkeit, in der 8. und 9. Jahrgangsstufe Geschichte bilingual auf Deutsch und Englisch zu lernen.

Gymnasialer Bildungsanspruch umfasst neben hohen intellektuellen Herausforderungen die Entfaltung künstlerischer und sportlicher Begabungen. Dazu bieten wir vielfältige Möglichkeiten über die musische Ausbildungsrichtung hinaus durch eine breite Palette musikalischer Ensembles von der Rock Band über die Chöre bis zum Großen Sinfonieorchester. Vielfältige Angebote des Wahlunterrichts gehen auf die verschiedensten Interessen ein. Als Partnerschule des Wintersports unterstützen wir leistungssportorientierte Nachwuchskaderathleten bei der Vereinbarkeit von Leistungssport und gymnasialer Bildung.

Der Wahlunterricht „Lernen lernen“ in Jahrgangsstufe 5 bietet Unterstützung bei der Aneignung und Optimierung von Lerntechniken. Über die Einführungsklasse in der 11. Jahrgangsstufe eröffnen wir bei entsprechender Eignung und absolviertem Mittlerem Schulabschluss die Chance, sich gezielt auf die Oberstufe vorzubereiten und von anderen Schularten an das Gymnasium überzutreten und den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife anzustreben.

Die Erziehung zu selbstverantwortlichem Handeln, das hohen moralischen Ansprüchen verpflichtet ist, stellt eine zentrale Rolle unseres pädagogischen Auftrags dar. Gegenseitige Wertschätzung, Hilfsbereitschaft, Verantwortung für sich und die anderen zeigen sich im täglichen Miteinander von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften, das durch die Vereinbarung der W.I.R.-Werte definiert ist.

Die 5. Klassen werden zu Beginn ihrer gymnasialen Schulzeit in den Kommunikations- und Kooperationstagen an konstruktive Zusammenarbeit und Verhaltensweisen im Klassenverbund herangeführt. In der 8. Jahrgangsstufe folgt in den SNET-Tagen (SNET steht für Soziales Lernen – Naturerlebnis – Tage) eine weitere Maßnahme zur Stärkung des Gemeinsinns und der individuellen Persönlichkeitsentwicklung. Institutionalisierte Informationsveranstaltungen und Workshops wie z.B. „Klicksalat – Gefahren des Internets“ und Mobbingprävention in der 6. Jahrgangsstufe, Alkoholprävention in der 7. Jahrgangsstufe sowie Drogenprävention in der 9. Jahrgangsstufe ergänzen den hohen erzieherischen Anspruch des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums.

Trotz der Größe der Schule ist es unser Ziel, den individuellen Bedürfnissen und Problemen der uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden. Die einzelnen Fachlehrkräfte, die Schulpsychologinnen, die Beratungslehrerin und die Schulsozialpädagogin versuchen unter der Koordination durch das Pädagogische Netzwerk möglichst frühzeitig und präventiv Fehlentwicklungen einzelner Schülerinnen und Schüler zu erkennen und zusammen mit den Eltern und Erziehungsberechtigten helfend einzugreifen.

Eine Reihe von außerunterrichtlichen und jahrgangsübergreifenden Einrichtungen wie die Tutoren, Streitschlichter, unsere Schulsanitäter, die sehr aktive Schülermitverantwortung (SMV) und ganz besonders der Schulverein „Gemeinsam für Afrika“ runden das pädagogische Profil ab.

Unsere Schülerinnen und Schüler erhalten durch diese Vielzahl an Möglichkeiten persönliche Lebenserfahrungen, die sie bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit über den reinen Klassenzimmerunterricht hinaus altersgerecht fordern und fördern.

Für die sprachinteressierten Schülerinnen und Schüler bietet das Gabriel-von-Seidl-Gymnasium ein an ihren Fähigkeiten orientiertes, in sich abgestimmtes Konzept zum Erlernen moderner Fremdsprachen mit dem Ziel gymnasialer Bildung: der Beherrschung von mindestens zwei Fremdsprachen.

Alle Schüler beginnen in der 5. Jahrgangsstufe mit Englisch. In der 6. Jahrgangsstufe kommt Französisch oder Latein hinzu. Sollten sie sich für die sprachliche Ausbildungsrichtung entscheiden, erweitern sie ab der 8. Jahrgangsstufe die Fremdsprachenfolge Englisch – Latein mit Französisch als 3. Fremdsprache. Ab der 11. Jahrgangsstufe kann Latein oder Französisch durch Italienisch ersetzt werden. Sprachbegabte und zugleich geschichtsinteressierte Schüler erhalten in der 8. und 9. Jahrgangsstufe Geschichte zweisprachig mit Englisch als Unterrichtssprache.

Wir leben in einer international verflochtenen Welt. Aus diesem Grund legt das GvS großen Wert auf praktische Spracherfahrung. Die Austauschprogramme sind eines unserer vielen Qualitätsmerkmale. Unsere Schüler erweitern dadurch zum einen ihre Sprechfertigkeit, lernen zum anderen aber auch Land und Leute kennen.

In einem auf die verschiedenen Altersstufen und jeweiligen Sprachniveaus abgestimmten Angebot werden alle bei uns gelehrten, modernen Fremdsprachen berücksichtigt. Im zweiten Lernjahr Französisch besuchen die Siebtklässler das Collège les Célestins (Vichy, Frankreich); Schüler mit Französisch als dritter Fremdsprache reisen in der 9. Jahrgangsstufe in die Normandie an das Lycée Rabelais (Saint Brieuc, Frankreich). Zur Verbesserung der englischen Sprache bieten wir in der 11. Jahrgangsstufe einen Besuch der Timber Creek High School und der Keller High School (Fort Worth, Texas, USA), oder des Paul Roos Gimnasiums (Stellenbosch, Südafrika) an. Abgerundet wird unser Austauschprogramm durch den jährlichen Austausch mit dem Liceo Scientifico (Pisa, Italien), um die Sprach- und Kulturkenntnisse des Italienischen zu vertiefen.

Besonders an Französisch interessierten Schülern werden jedes Jahr Vorbereitung und Teilnahme an der DELF-Prüfung des französischen Bildungsministeriums angeboten. Besonders sprachtalentierte und zugleich politikinteressierte Schüler nehmen ab der 9. Jahrgangsstufe am vorbereitenden Wahlunterricht und den auf höchstem englischen Sprachniveau stattfindenden internationalen Veranstaltungen „Model United Nations“ z.B. in Kopenhagen (Dänemark), Haarlem (Niederlande) oder Istanbul (Türkei) teil.

Das Fremdsprachenkonzept wird abgerundet durch eine gezielte Unterstützung bei der Teilnahme am Bundeswettbewerb Fremdsprachen. Hier hat das GvS in den letzten Jahren überdurchschnittlich viele Schülerinnen und Schüler bis zum Landesfinale und einige sogar bis zum Bundesfinale führen können und ist dafür auch schon mit dem Schulpreis des Kultusministeriums ausgezeichnet worden.

Selbsterkundung, Auszeit und Gemeinschaftserlebnis –
die Tage der Orientierung der Q 12

Gerade zu Beginn der Qualifikationsphase sehen sich die Schülerinnen und Schüler der 12. Jahrgangsstufe mit zahlreichen neuen Herausforderungen konfrontiert. Das betrifft das Punktesystem, die selbstständigere Arbeitsweise oder auch die Auflösung der gewohnten Klassenverbände. Zudem weitet sich der Blick auch hin zur Entwicklung von Perspektiven für die Zeit nach dem Abitur, die Studien- und Berufsorientierung tritt stärker in den Fokus. Bei der Bewältigung dieser Aufgaben wollen wir als Gabriel-von-Seidl-Gymnasium die Schülerinnen und Schülern aktiv unterstützen und Orientierung bieten. Daher führen die Fachschaften Religion in Kooperation mit dem Aktionszentrum Benediktbeuern (http://www.aktionszentrum.de/) und der Fachschaft Ethik am Anfang des Schuljahres Orientierungstage für die Q 12 durch. Bei dieser dreitägigen Veranstaltung, an der alle Schülerinnen und Schüler der Q 12 teilnehmen, haben die Jugendlichen die Möglichkeit, in anregender Umgebung eine kurze Auszeit vom Alltagsstress zu nehmen, dabei zu diskutieren, zu reflektieren, gute Gespräche zu führen, über den Glauben oder über philosophische Sichtweisen auf das Leben zu sprechen, an gemeinschaftsfördernden Aktivitäten unter professioneller Leitung teilzunehmen, aber auch sich bewusst zu werden, welche Werte das eigene Handeln bestimmen und wo die eigenen Stärken liegen, um erste berufliche Perspektiven zu entwickeln oder zu vertiefen.

So stehen bei den Workshops des AZ Benediktbeuern z.B. folgende Fragen im Zentrum:

  • Planspiel Klimasiedler – Wie geht ein gutes Leben für alle – jetzt und in Zukunft?
  • Leben in Beziehungen – Liebe, Freundschaft, Partnerschaft
  • „How to Krise?!“ – Umgang mit Krisen
  • Grenzen sprengen – Brücken bauen – wie kann man Perspektiven andere einnehmen und so den eigenen Blickwinkel erweitern?
  • In der Politik wird eh nur gelabert? – Sei stark – sei politisch
  • Das 1×1 des Streitens
  • Pilgern

Durch das weite Themenspektrum können die Schülerinnen und Schüler eigene Schwerpunkte setzen und so eigene Vorstellungen mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern diskutieren, neue Anregungen für ihre eigene Lebensgestaltung gewinnen und ihr bestehendes Wertesystem reflektieren.

Zur beruflichen Orientierung findet unter Beteiligung des Alumni Vereins „Alumni GVS“ ein Gespräch mit Ehemaligen des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums statt. Die jungen Studierenden oder Berufstätigen kommen mit unseren Schülerinnen und Schülern über ihr Studium/ihre Ausbildung bzw. ihren Beruf ins Gespräch und berichten ganz persönlich von ihrem Weg der beruflichen Orientierung. Auf die Gespräche bereiten sich die Schülerinnen und Schüler zum einen durch die Bearbeitung des Selbstlernkurses zur beruflichen Orientierung im Aufbaumodul der Oberstufe selbständig vor, zum anderen werden die Erkenntnisse auch gemeinsam mit den ABO-Lehrkräften, die die Jugendlichen in der Oberstufe auf dem Weg ihrer Berufsfindung begleiten, reflektiert.

Die Tage der Orientierung haben für unsere Schülerinnen und Schüler somit mehrere Funktionen: Selbsterkundung in Bezug auf die eigene Persönlichkeit und die beruflichen Perspektiven, Nachdenken über Werte und den Sinn des Lebens, Gemeinschaftserlebnis und Zusammenwachsen. So kann die Oberstufe – über die Leistungen hinaus – gelingen!

Eva Emmler, Friederike Braun, Anita Bittner

Eine ganzheitlich verstandene gymnasiale Pädagogik entwickelt nicht nur die intellektuellen Fähigkeiten oder verbreitert das Wissen der Schülerinnen und Schüler, sondern bietet ihnen darüber hinaus eine Vielzahl an „Spielräumen“, entsprechend ihrer Begabungen und Interessen weitere Fertigkeiten aus verschiedenen anderen Bildungsfeldern zu erwerben und zu üben. Die Erziehung zu sozial verantwortlichem Handeln, das hohen moralischen Ansprüchen verpflichtet ist, stellt eine zentrale Rolle unseres pädagogischen Auftrags dar. Hierzu gehören – neben und unabhängig von den täglichen sozialen Herausforderungen des Unterrichts im Klassenverband – verschiedene Mosaiksteine, die auf dem Weg zu einer gebildeten Persönlichkeit mehr oder weniger gelenkt soziales Engagement herausfordern. Gegenseitige Wertschätzung, Hilfsbereitschaft, Verantwortung für sich und die anderen zeigen sich im täglichen Miteinander von Schülern und Lehrkräften. Die gemeinsame Vereinbarung von W.I.R.-Werten gibt einen Rahmen für das Miteinander an einer Schule vor.

Bereits zu Beginn ihrer gymnasialen Laufbahn werden die 5. Klassen in den Kommunikations- und Kooperationstagen in Königsdorf gezielt an konstruktive Zusammenarbeit und soziale Verhaltensweisen im Klassenverband herangeführt. Die Wintersporttage der 7. Jahrgangsstufe bieten für viele das Erlebnis, zum ersten Mal ohne die Eltern eine Woche im Ausland sein zu dürfen. In der 8. Jahrgangsstufe folgt mit den Soziales Lernen – Naturerlebnis – Tagen (kurz: SNET) eine gezielte weitere Maßnahme zur Stärkung des Gemeinsinns. Das Betriebspraktikum der 9. Jahrgangsstufe fordert heraus, sich auf ein bisher noch fremdes Firmenumfeld einzulassen. Die Berlinfahrt der 10. Jahrgangsstufe setzt kulturelle und politische Schwerpunkte. Eine weitere Praktikumswoche in der der 11. Jahrgangsstufe ermöglicht unseren Schülerinnen und Schülern eine tiefergehende Schärfung der eigenen Interessen in der Studien- und Berufsorientierung. Schließlich lernen die Schülerinnen und Schüler durch die Tage der Orientierung zu Beginn der 12. Jahrgangsstufe nicht nur neue Mitschülerinnen und Mitschüler kennen, sondern erweitern ihren sozialen Horizont durch eine Vielzahl ethischer, religiöser und philosophischer Themenstellungen.

Neben diesen und einer ganzen Reihe weiterer gemeinsamer Klassen- und klassenübergreifenden Exkursionen bietet das GvS mehrere Arbeitsgruppen an, durch die gezielte und engagierte Verantwortungsübernahme für andere, hilfsbedürftige Schülerinnen und Schüler ausprobiert, Empathie entwickelt und soziale Reaktionen erlebt werden. Beispielhaft seien hier die Streitschlichter, Tutoren, Clubassistenten und Schulsanitäter genannt. Im Debattierclub oder in Model United Nations erproben unsere Schülerinnen und Schüler abweichende Meinungen zu akzeptieren oder zu beeinflussen. In Gruppen wie z.B. der Schülermitverantwortung, den Sportmannschaften und Musikensembles, der Theatergruppe oder in den Vorbereitungsgruppen der Gottesdienste oder SMV-Projekte werden Kooperationsbereitschaft, Disziplin und Zuverlässigkeit gefordert. Regelmäßig angebotene P-Seminare zur Begegnung mit Menschen mit Behinderung fordern unsere Schülerinnen und Schüler heraus, sich intensiv mit sozialen Fragestellungen auseinanderzusetzen.

Einen ganz besonderen Stellenwert hat der schulische Verein „Gemeinsam für Afrika“. Hier erleben unsere Schülerinnen und Schüler am Beispiel der gezielten Entwicklungshilfe in Burkina Faso, wie ihr individuelles Engagement und ihre persönliche Hilfe globale Dimensionen annehmen können.

Suchtprävention – Stark bleiben, bewusst entscheiden
Suchtprävention ist ein fester Bestandteil unserer schulischen Bildungs- und Erziehungsarbeit. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler frühzeitig für Risiken zu sensibilisieren und sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu stärken. Neben dem Umgang mit klassischen Suchtmitteln rücken insbesondere digitale Medien sowie aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zunehmend in den Fokus.

Unsere Präventionsbausteine

Workshop „Max und Min@“ zu neuen Medien (5. Klasse | Villa Schöpflin)

Bereits in der 5. Jahrgangsstufe nehmen unsere Schülerinnen und Schüler am Präventionsworkshop „Max und Min@“ der Villa Schöpflin teil. Der Workshop vermittelt auf altersgerechte und anschauliche Weise Grundlagen für einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien. Thematisiert werden Chancen und Risiken der Mediennutzung, ein bewusster Umgang mit Bildschirmzeiten sowie das Erkennen problematischer Verhaltensweisen.

Projekt „Klicksalat“ (6. Klasse)
In der 6. Jahrgangsstufe knüpft das Projekt „Klicksalat“ an die Inhalte des vorherigen Workshops an und vertieft diese. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich intensiver mit ihrem eigenen Medienkonsum, Online-Spielen, sozialen Netzwerken sowie möglichen Formen problematischer Nutzung auseinander. Auch die Eltern bekommen im Rahmen eines Elternabends wertvolle Tipps und Informationen zum Umgang mit digitalen Medien im Familienalltag. Dabei geht es unter anderem um Fragen der Mediennutzung, sinnvolle Regeln und Vereinbarungen, den Umgang mit Bildschirmzeiten sowie um Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche bei einem verantwortungsbewussten Medienkonsum zu begleiten.

Alkoholprävention – Workshop mit Präventionsparcours (7. Klasse)
In der 7. Jahrgangsstufe nehmen die Schülerinnen und Schüler an einem Workshop zur Alkoholprävention teil. An verschiedenen Stationen eines Präventionsparcours setzen sie sich aktiv mit den Wirkungen und Risiken von Alkoholkonsum auseinander. Durch praktische Übungen, Informationsangebote und Gespräche werden sie für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol sensibilisiert und in ihrer Entscheidungsfähigkeit gestärkt.

Cannabisprävention „Cannabis quo vadis“ (Villa Schöpflin)
Im Rahmen der Cannabisprävention nehmen unsere Schülerinnen und Schüler am Präventionsangebot „Cannabis quo vadis“ der Villa Schöpflin teil. Der Workshop informiert sachlich und altersgerecht über Wirkungen, Risiken und rechtliche Aspekte des Cannabiskonsums. Ziel ist es, Mythen und Fehlinformationen aufzuklären, gesundheitliche Folgen realistisch darzustellen und die Jugendlichen in ihrer Urteilsfähigkeit zu stärken.

Lebensbericht eines ehemals Drogenabhängigen (10. Klasse)
In der 10. Jahrgangsstufe erhalten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer besonderen Präventionsveranstaltung Einblicke in die Lebensgeschichte eines ehemals Drogenabhängigen. In einem persönlichen und authentischen Bericht schildert der Referent seinen Weg in die Abhängigkeit, die Folgen des Drogenkonsums sowie den schwierigen Ausstieg aus der Sucht. Die direkte Begegnung ermöglicht eine eindrückliche Auseinandersetzung mit den realen Konsequenzen von Drogenkonsum und regt zur kritischen Reflexion an.

Unser Ziel
Unser Ziel ist es, Kinder und Jugendliche frühzeitig zu befähigen, verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen, eigene Grenzen wahrzunehmen und Risiken realistisch einzuschätzen. Suchtprävention verstehen wir als kontinuierlichen Prozess, der junge Menschen auf ihrem Weg zu einem gesunden, selbstbestimmten Leben begleitet.
Eine nachhaltige Sucht- und Medienprävention gelingt nur im gemeinsamen Zusammenspiel von Schule und Elternhaus. Deshalb werden auch die Eltern im Rahmen von Elternabenden in unsere Präventionsarbeit einbezogen.

Werte Ideale Regeln

Das Gabriel-von-Seidl-Gymnasium Bad Tölz ist unsere Schule. Wir prägen sie, denn ohne uns ist sie bloßes Gebäude. WIR – das sind:

wir Schüler – wir Lehrer – wir Eltern.

Wir wollen an unserer Schule eine Atmosphäre schaffen, die geprägt ist von Freundlichkeit, Toleranz und Hilfsbereitschaft. Wir tun dies im Bewusstsein unserer Verantwortung für alle, die an unserem Schulleben teilhaben, und für uns selbst.

Artikel 1
Menschen sind unterschiedlich. Wir behandeln den anderen, wie wir selbst behandelt werden wollen: fair, mit Respekt und rücksichtsvoll. Ausgrenzung, Bloßstellung, Spott und Gewalt sind tabu. Unser Zusammenleben erfordert Regeln, die wir alle annehmen.

Artikel 2
Meinungsverschiedenheiten darf es geben. In Konfliktsituationen verzichten wir auf körperliche und verbale Gewalt. Wir zeigen uns kompromissbereit oder bitten einen neutralen Dritten um Vermittlung. Als Zeugen sind wir bereit, persönlich Stellung zu beziehen.

Artikel 3
Schule ist wichtiger Lebensraum. Hier lernen und arbeiten wir Schüler und wir Lehrer gemeinsam. Jeder von uns soll gleichermaßen die Möglichkeit haben, seinen Aufgaben gerne nachzugehen. Unser Verhältnis zueinander soll offen, vertrauensvoll und interessiert sein. Um dies zu gewährleisten, verpflichten wir uns zu korrekten Umgangsformen und einer höflichen Ausdrucksweise.

Artikel 4
Schule ist Lern- und Arbeitsplatz. Um erfolgreich zu sein, müssen wir Lehrer und wir Schüler miteinander arbeiten. Dies setzt voraus, dass jeder einzelne seine Pflichten erfüllt. Das Gebot der Pünktlichkeit und der gründlichen Unterrichtsvorbereitung gilt für beide Seiten. Wir helfen uns gegenseitig beim Umgang mit Misserfolgen und Enttäuschungen.

Artikel 5
Abfall und Beschädigungen in jeder Form stören die Atmosphäre an unserer Schule. Darum hinterlassen wir keinen Müll und gehen mit Räumen, Gebrauchs- und Einrichtungsgegenständen schonend um, denn sie sind Teil unseres Handwerkszeugs für unser Lernen und Lehren. Für das Eigentum anderer fühlen wir uns genauso verantwortlich wie für unser eigenes. Wir übernehmen gemeinsam Verantwortung, indem wir andere bei Fehlverhalten ansprechen und mit gutem Beispiel vorangehen.

Artikel 6
Schule ist Erziehungsraum. Wir Lehrer und wir Eltern können unseren Erziehungsauftrag nur auf einer gemeinsamen Basis erfüllen. Als Eltern sorgen wir zuhause für ein vernünftiges Arbeitsklima, kümmern uns um die schulischen Belange und suchen bei Schwierigkeiten das Gespräch mit dem jeweiligen Lehrer. Als Lehrer nehmen wir bei Problemen Kontakt zu den Eltern auf und suchen gemeinsame Lösungen.

Die Artikel 1 bis 5 setzen voraus, dass ihre Inhalte von uns Eltern unterstützt und als Bestandteil der eigenen Erziehungsarbeit angesehen werden.

Wenn wir nicht wegschauen und uns nicht passiv verhalten, sondern hinschauen und reagieren, dabei Schule auch kritisch reflektieren, wenn wir andere ansprechen und auch uns ansprechen lassen, dann können wir viel bewirken. Damit schaffen wir ein Schulklima, in dem sich jeder einbringen und seine Persönlichkeit entfalten kann. Das überlegte und verantwortungsbewusste Verhalten jedes Einzelnen von uns trägt entscheidend dazu bei, dass ein solches Klima an unserer Schule Bestand haben und sich weiterentwickeln kann.

Das Original ist unterzeichnet von einem Schülervertreter, einem Lehrervertreter und einem Elternvertreter.